Das FG Müns­ter hat ent­schie­den, dass Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen den abzugs­fä­hi­gen Ermä­ßi­gungs­be­trag für haus­halts­na­he Hand­wer­k­erleis­tun­gen mindern.

Im Streit­fall erlitt die Klä­ge­rin einen Was­ser­scha­den, für des­sen Besei­ti­gung Hand­wer­ker­kos­ten i.H.v. ins­ge­samt 3.224 Euro anfie­len. Auf­wen­dun­gen für die Inan­spruch­nah­me von Hand­wer­k­erleis­tun­gen für Renovierungs‑, Erhal­tungs- und Moder­ni­sie­rungs­maß­nah­men kön­nen zu einer Steu­er­ermä­ßi­gung füh­ren. Nach der gesetz­li­chen Rege­lung ermä­ßigt sich die tarif­li­che Ein­kom­men­steu­er auf Antrag um 20%, höchs­tens um 1.200 Euro der Auf­wen­dun­gen. Die Ver­si­che­rung der Klä­ge­rin erstat­te­te die Auf­wen­dun­gen. In ihrer Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung setz­te die Klä­ge­rin die Hand­wer­ker­kos­ten an und bean­trag­te die Gewäh­rung der Steu­er­ermä­ßi­gung. Das Finanz­amt lehn­te dies auf­grund der Regu­lie­rung des Scha­dens durch die Ver­si­che­rung ab.

Das FG Müns­ter hat die Kla­ge abgewiesen.

Nach Auf­fas­sung des Finanz­ge­richts setzt die Inan­spruch­nah­me der Steu­er­ermä­ßi­gung für haus­halts­na­he Hand­wer­k­erleis­tun­gen eine wirt­schaft­li­che Belas­tung der Klä­ge­rin durch die Hand­wer­ker­kos­ten vor­aus. Dar­an feh­le es im Streit­fall, da die Ver­si­che­rung die Hand­wer­ker­kos­ten erstat­tet habe. Eine wirt­schaft­li­che Belas­tung der Klä­ge­rin erge­be sich auch nicht aus den gezahl­ten Ver­si­che­rungs­bei­trä­gen, weil durch die­se nicht die Ver­si­che­rungs­leis­tung ange­spart wer­de. Der Anspruch auf Scha­dens­re­gu­lie­rung bestehe unab­hän­gig von der Gesamt­hö­he der ein­ge­zahl­ten Beiträge.

Quel­le: FG Müns­ter, Urteil vom 16.04.2016, Az. 13 K 136/15 E