Auf­re­gung bei vie­len Eltern: Kin­der­geld gibt es nur noch gegen Vor­la­ge der Steu­er­num­mer! Schon ab Janu­ar! Schnell nach­rei­chen! Doch kei­ne Sor­ge: Die Kin­der­geld­zah­lung wird nicht ein­fach zum 1.1. 2016 eingestellt.

Mit Beginn des Jah­res 2016 initia­li­siert die Fach­auf­sicht ein Kon­troll­ver­fah­ren zur Ver­hin­de­rung von Dop­pel­fest­set­zun­gen/-zah­lun­gen von Kin­der­geld auf Basis der steu­er­li­chen Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer. Dadurch erge­ben sich für die Fami­li­en­kas­sen Veränderungen.

Ab 1.1.2016 sind die an den Berech­tig­ten und an das Kind, unab­hän­gig von deren Geburts­da­tum, ver­ge­be­nen steu­er­li­chen Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mern (IdNr) gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne Anspruchs­vor­aus­set­zung für das Kin­der­geld. Dadurch soll sicher­ge­stellt wer­den, dass Kin­der­geld für jedes Kind nur ein­mal aus­ge­zahlt wird, wie die Bun­des­agen­tur für Arbeit bekanntgab.

Da der Berech­tig­te den Nach­weis der Iden­ti­tät des Kin­des grund­sätz­lich durch die an ihn und das Kind ver­ge­be­ne IdNr zu füh­ren hat, hat zur Vor­be­rei­tung auf die Umset­zung der Geset­zes­än­de­rung die Fami­li­en­kas­se jede Gele­gen­heit zu nut­zen, feh­len­de IdNrn bei den Berech­tig­ten anzufordern.

Die IdNr ist in ers­ter Linie beim Berech­tig­ten zu erfra­gen. Es ist zunächst nicht zu bean­stan­den, wenn Bestands­fäl­le, die nicht bereits aus ande­ren Grün­den ange­schrie­ben wer­den, erst nach Durch­füh­rung eines maschi­nel­len Anfra­ge­ver­fah­rens um die IdNr ergänzt werden.

Wenn ein Kind nicht nach dem Steu­er­ge­setz steu­er­pflich­tig ist und aus die­sem Grund kei­ne IdNr ver­ge­ben wird, ist es in ande­rer geeig­ne­ter Wei­se zu iden­ti­fi­zie­ren. Zur Fra­ge der Nach­weis­füh­rung in die­sen Fäl­len wird eine geson­der­te Anwei­sung ergehen.

Mit­tei­lung der IdNr durch den Berechtigten

Das Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern teilt seit 2008 nach § 139a und § 139b AO jedem Steu­er­pflich­ti­gen zum Zwe­cke der ein­deu­ti­gen Iden­ti­fi­zie­rung in Besteue­rungs­ver­fah­ren eine IdNr zu. Dies betrifft alle in Deutsch­land woh­nen­den Per­so­nen. Per­so­nen, die nicht in Deutsch­land gemel­det sind und sich im Aus­land auf­hal­ten, erhal­ten eben­falls eine IdNr, wenn sie in Deutsch­land steu­er­pflich­tig sind. Per­so­nen, die sich dau­er­haft außer­halb Deutsch­lands auf­hal­ten, erhal­ten grund­sätz­lich kei­ne IdNr. Neu­ge­bo­re­ne und zuge­zo­ge­ne Bür­ger erhal­ten die Mit­tei­lung über die Zutei­lung ihrer IdNr nach der Anmel­dung bei der Meldebehörde.

Die IdNr ist in der Regel auch im Ein­kom­men­steu­er­be­scheid oder in der Lohn­steu­er­be­schei­ni­gung des Arbeit­ge­bers ange­ge­ben. Die Berech­tig­ten sind vor­ran­gig auf die­se Infor­ma­ti­ons­quel­le zu verweisen.

Falls der berech­tig­ten Per­son ihre eige­ne IdNr oder die IdNr des Kin­des nicht bekannt ist, kann sie die­se über das Ein­ga­be­for­mu­lar (www.bzst.de unter Steu­ern natio­nal, steu­er­li­che Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer) erneut anfor­dern. In Aus­nah­me­fäl­len, ins­be­son­de­re bei feh­len­dem Inter­net­zu­gang, kann die IdNr tele­fo­nisch über die Hot­line 0228/406‑1240 ange­for­dert wer­den. Die IdNr wird zur Wah­rung des Steu­er­ge­heim­nis­ses und aus daten­schutz­recht­li­chen Grün­den nur per Brief an die aktu­el­le Mel­de­adres­se der berech­tig­ten Per­son bzw. des Kin­des mit­ge­teilt. Die Bear­bei­tungs­dau­er beträgt der­zeit bis zu 4 Wochen.

Abfra­gen der IdNr durch die Familienkassen

Zur Erhe­bung der IdNr nach § 139b AO für Bestands­fäl­le wird das BZSt den Fami­li­en­kas­sen ein maschi­nel­les Anfra­ge­ver­fah­ren (MAV) zur Ver­fü­gung stel­len. Hier­zu kön­nen die Fami­li­en­kas­sen über einen elek­tro­ni­schen Zugang (BZStOn­line­Por­tal – BOP) einen Anfra­ge­da­ten­satz, mit Name, Vor­na­me, Geb.-Datum und Adress­da­ten aus den Fach­ver­fah­ren der Fami­li­en­kas­sen über­mit­teln. Sofern die Daten mit den nach § 139b Abs. 3 AO gespei­cher­ten Daten über­ein­stim­men, wird die IdNr mit­tels eines Ant­wort­da­ten­sat­zes mit­ge­teilt. Wei­te­re Daten wer­den nicht über­mit­telt. Das maschi­nel­le Anfra­ge­ver­fah­ren ist ein Ange­bot an die Fami­li­en­kas­sen, d. h. Fami­li­en­kas­sen sind nicht zur Teil­nah­me verpflichtet.

Dane­ben wird für die Fami­li­en­kas­sen die Mög­lich­keit bestehen, mit­tels einer Dia­lo­g­ober­flä­che in der IdNr-Daten­bank die IdNr sowie die hier­zu gespei­cher­ten per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten zu recherchieren.

Die Daten, die in der IdNr-Daten­bank gespei­chert sind, unter­lie­gen sowohl dem Steu­er­ge­heim­nis als auch nach § 139b Abs. 2 AO einer stren­gen Zweck­bin­dung und dür­fen nur für steu­er­li­che Zwe­cke genutzt wer­den. Die Fami­li­en­kas­sen dür­fen die in der IdNr-Daten­bank gespei­cher­ten Daten aus­schließ­lich zur Bear­bei­tung der steu­er­li­chen Kin­der­geld­sach­ver­hal­te verwenden.

Ver­wen­dung der IdNr

Das BZSt führt mit Beginn des Jah­res 2016 ein ver­bind­li­ches IT-Ver­fah­ren (IdNr-Kon­troll­ver­fah­ren Kin­der­geld) ein, mit dem unge­recht­fer­tig­te Kin­der­geld­zah­lun­gen ver­hin­dert wer­den. Die Fami­li­en­kas­sen sind ver­pflich­tet, am Kon­troll­ver­fah­ren teil­zu­neh­men. Die Teil­nah­me an die­sem Ver­fah­ren setzt vor­aus, dass die Fami­li­en­kas­se über die IdNr des Berech­tig­ten und des Kin­des verfügt.

Im Kon­troll­ver­fah­ren muss jede Fami­li­en­kas­se die Zustän­dig­keit für die von ihr bear­bei­te­ten Kin­der­geld­fäl­le unter Anga­be der IdNr der Kin­der an die IdNr-Daten­bank des BZSt elek­tro­nisch mel­den. Sofern bereits die Zustän­dig­keit einer ande­ren Fami­li­en­kas­se beim BZSt gespei­chert ist, besteht die Gefahr einer unge­recht­fer­tig­ten Kin­der­geld­zah­lung. Daher wird die mel­den­de Fami­li­en­kas­se dar­über elek­tro­nisch infor­miert und hat sich mit der ande­ren Fami­li­en­kas­se zu verständigen.

Nach­rei­chen ist möglich

Grund­sätz­lich wer­den die Fami­li­en­kas­sen es nicht bean­stan­den, wenn die Id-Nr. im Lau­fe des Jah­res 2016 nach­ge­reicht werden.

Die in ver­schie­de­nen aktu­el­len Publi­ka­tio­nen ver­brei­te­te Mel­dung, dass eine Kin­der­geld­zah­lung ein­ge­stellt wird, wenn bis zum 1.1.2016 kei­ne Mit­tei­lung der Steu­er-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer vor­liegt, ist unzutreffend.

Quel­le: Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern v. 5.6.2015, St II 2 – S 0305-SE/15/00003–9 DOK 2015/589938